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Infektionsübertragung durch Ultraschallköpfe? | Praxis für Pränatalmedizin Darmstadt - Prof. Scharf

Infektionsübertragung durch Ultraschallköpfe?

by admin ~ April 25th, 2013. Filed under: Allgemein.

Jede medizinische Einrichtung, welche auf regelmäßiger Basis Ultraschalldiagnostik anwendet, sollte ein Hygienemanagement im Zusammenhang mit der Frage nach Umgang und Pflege der Ultraschallköpfe betreiben. Dies betrifft mithin alle ambulante und stationäre gynäkologische Facheinrichtungen (Kliniken und Praxen). Der sachgerechte Gebrauch der Ultraschallköpfe schließt geeignete, regelmäßige Maßnahmen der Desinfektion von Ultraschallköpfen und die Anwendung von Schutzhüllen bei endocavitärer (endovaginaler) Anwendung mit ein. Diese Schutzhüllen sollen besonders Infektionen mit HIV, Zytomegalie, HPV und gramnegative Stäbchenbakterien (z.B. E. coli, Klebsiellen), Clostridium difficile, Treponemen und Gonokokken vermeiden.

Nach jeder transvaginalen Untersuchung wird daher die benutzte Schutzhülle (meist aus Latex, Polyurethan oder Polyisopren) entsorgt und der Schallkopf mit einem viruziden Desinfektionsmittel abgewischt. Kondome kommen hierfür nicht in Frage, da sie bei dieser Art der Anwendung mit einer Perforationsrate von 1% bis immerhin 9% behaftet sind. Zur Anwendung kommen hier Glutaraldehyd, andere Aldehyde und quartäre Ammoniumverbindungen, da sie die Oberfläche des Schallkopfes weitestgehend nicht angreifen. Diese Desinfektionsmittel müssen im Anschluß an ihre Anwendung abgespült werden: Ansonsten könnte es bei Inkontakttreten zu Schleimhautreizungen und theoretisch bei der IVF (Reproduktionsmedizin) zu einer Gametenschädigung kommen.

Die Frage nach dem Risiko für eine Infektionsübertragung durch Ultraschallköpfe ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der wissenschaftlcher Analysen aus dem Bereich Hygiene und Mikrobiologie geraten (Vergl. Casalegno et al, Oktober 2012: High-risk HPV infection of endocavity vaginal ultrasound probes: An underestimated route of nosocomial infections?). Hier stehen ihrer Natur nach endocavitäre Ultraschallsonden im Zentrum der Betrachtung, da ihre Anwendung das höchste theoretische Übertragungsrisiko birgt. Rigide Desinfektionsverfahren, die mögliche pathogene Erreger inaktivieren, sind an dieser Stelle wegen der Empfindlichkeit der Schallkopfoberfläche ausgeschlossen. Generell allerdings scheint das Risiko einer gesicherten Übertragung von Ultraschallerregern durch die vaginale Ultraschalldiagnostik bei Beachtung der oben genannten Schallkopf-Hygienemaßnahmen gering zu sein. Hierdurch ist allerdings eine Reduktion der Keimbesiedelung von Schallköpfen nur bis auf ein gewisses Sockelmaß zu erreichen (Vergl. Leroy: Infectious risk of endovaginal and transrectal ultrasonography: systematic review and meta-analysis, J Hosp Infect 2013; 83: 99–106: In dieser systematischen Übersicht und Metaanalyse wurden 867 Literaturstellen gesichtet und 32 Publikationen ausgewertet. Ermittelt wurde eine gepoolte Prävalenz von 12,9% für pathogene Keime und 1,0% für häufig vorkommende Viren (HPV, Herpes-simplex-Virus und CMV) nach Anwendung einer niedriggradigen Desinfektion). Aber es liegen bisher nur wenige kausal eindeutig belegte Infektionsübertragungen durch den Gebrauch von Ultraschallköpfen vor. Damit unterstreicht diese Studie, wie wichtig es ist, besthende Hygienemaßnahmen nach dem jeweils modernsten Stand des Wissens genau einzu halten.

 

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